Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Wildhüter St. Hubertus e.V.

Weiterbildung Schermbeck
vom 25. bis 27. September 2015

Weiterbildung 6/2015 in Schermbeck vom 25. bis 27. September 2015
Von Ernst-Otto Pieper

Wie schon im Vorjahr, ist das Hotel „Zur Linde“ in Schermbeck wieder unser „Hauptquartier“. Am Freitag, den 25. September, sind gegen Mittag alle Seminarteilnehmer eingetroffen und nach kurzer Begrüßung geht es per Pkw gleich weiter zum Schießsportzentrum Berka in Rheinberg-Millingen. Kurzwaffen- und Langwaffen-Praxisschießen steht auf dem Dienstplan. Heinz-Dieter Hoffmann, Ausbildungsleiter für den heutigen Nachmittag, hat schon alles perfekt organisiert und vorbereitet. Nach einer Einweisung in den Ablauf der Ausbildung und Einteilung in Schießgruppen geht es auch schon gleich an die Arbeit. Zunächst schulmäßiges Schießen mit Pistole und Revolver, von denen unterschiedliche Modelle in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, und anschließend Flintenschießen mit Flintenlaufgeschossen. Bei Schießentfernungen von 5, 10 und 15 Meter sind nicht alle Teilnehmer mit ihrer Leistung zufrieden, doch nach mehreren Durchgängen ist eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Für den zweiten Ausbildungsteil ist ein kleiner Parcours aufgebaut, der dann einzeln unter Zeitdruck zu durchlaufen ist. Schützen mit Pistole haben im Magazin genügend Munition – die mit Revolver müssen nachladen, was zwangsläufig Zeit schluckt. Dennoch sind die Ergebnisse nach Meinung von Heinz-Dieter Hoffmann zufriedenstellend bis gut, was dann auch bei der Abschlussbesprechung zum Ausdruck kommt.
Es geht wieder zurück zum Hotel, wo nach dem gemeinsamen Abendessen noch reichlich Zeit zum Plaudern ist.
Für den Samstag ist das Thema „Der Rotwildjäger“ angesagt, ebenfalls bestens vorbereitet von Jürgen und Walter Baltes. Nach dem Frühstück werden Fahrgemeinschaften gebildet und pünktlich um 08:45 Uhr ist Abfahrt zum Nationalpark Veluwezoom in den Niederlanden. Diese sehr hügelige und zumeist offene Heidelandschaft steht seit 1930 unter Schutz und ist damit der älteste Nationalpark der Niederlande. Der Nationalpark mit einer Fläche von rund 50 Quadratkilometer ist das „Überbleibsel“ der Saale-Eiszeit und im Besitz der Natuurmonumenten, der größten Naturschutzorganisation der Niederlande. Die einheimische Fauna wird vertreten durch Rotwild, Schwarzwild, Fuchs sowie Dachs und selten auch Baummarder.

Pünktlich um 10:00 Uhr sind wir vor Ort und werden vom niederländischen Berufsjäger Ronald Kling empfangen, der die deutsche Sprache hervorragend beherrscht – ein Dolmetscher ist nicht notwendig. Während eines ausgedehnten Rundganges werden wir von Herrn Kling in die Eigentümlichkeiten des riesigen Nationalparks eingewiesen.

Bis Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Fläche intensiv gepflegt, wobei Holzproduktion und Jagd eine wesentliche Rolle spielten. Seit dieser Zeit ist der größte Teil des Nationalparks sich selbst überlassen. Nachdem nicht einheimische Baumarten entfernt wurden, geht man nun den Weg des „Nichtstuns“. Tote und umgefallene Bäume bleiben liegen. Für das Offenhalten bestimmter Gebiete, insbesondere im nördlichen Teil, sind Schottische Hochlandrinder und Islandponys im Einsatz. Die Jagd ist nicht mehr erlaubt, so dass Rotwild inzwischen tagaktiv geworden ist. Es auf dieser sehr hügeligen und von kleinen Waldstücken unterbrochenen Fläche zu entdecken, ist dennoch ein Glückstreffer. Wir bedanken uns bei Herrn Kling für die tolle Exkursion in einem wunderschönen Nationalpark.

Wir sind erst am späten Nachmittag wieder in Schermbeck – Zeit für Kaffee und Kuchen.

Um 17:30 Uhr fahren wir zum Rhader Weg im Revier Üfter Mark. Hier tritt Rotwild während der Brunft regelmäßig bereits vor Beginn der Dämmerung auf eine ausgedehnte Freifläche. Ein Unterstand bietet sehr gute Beobachtungsmöglichkeiten des Brunftgeschehens – auch zahlreiche Beobachter aus der näheren und weiteren Umgebung haben sich eingefunden. Gegen 20:00 Uhr sind die Sichtverhältnisse  so ungünstig, dass das Wild nicht mehr beobachtet werden kann. Wir treffen uns zum Abendessen im Hotel und verbringen den Abend mit ausgedehnten Gesprächen – Stoff dazu haben die vergangenen anderthalb Tage bereits reichlich geboten.

Am Sonntag fahren wir nach dem Frühstück zu Weber`s Fleischerei in Bottrop-Kirchhellen, wo wir das Zerwirken von Schwarzwild lernen wollen. Auch wenn einige der anwesenden Seminarteilnehmer bereits vorher schon mal Schwarzwild zerwirkt haben, so hat Fleischermeister Weber doch eine Menge Tricks auf Lager, die in der täglichen Praxis sehr von Nutzen sein können. Die Ausbildung schließt mit einem Bratwurstessen (natürlich vom Wildschwein) ab. Dank an Herrn Weber für diese hervorragende Weiterbildung.
Zurück zum Hotel. Hier hält Jürgen Baltes einen Vortrag über die Altersansprache von Schwarzwild. Auch hier gibt es für „Alte Hasen“ viel Neues zu hören.
Nach Ausgabe der Teilnahmebescheinigungen und der Abschlussbesprechung treten (fast) alle Seminarteilnehmer am späten Nachmittag die Heimreise an.

Mein besonderer Dank den Herren Heinz-Dieter Hoffmann, Jürgen und Walter Baltes, Waldemar Becker und Helmut Muth für die perfekte Vorbereitung und Durchführung dieser Weiterbildung.

 

Schießen mit Pistole und Revolver
auf 10er Ringscheibe

Herr Ronald Kling
 weist uns mit Hilfe einer Karte ein

50 Quadratkilometer Heide, Gras- und Waldfläche im Nationalpark Veluwezoom

Die Seminarteilnehmer
(es fehlt - wie immer – der Fotograf)

Foto: Helmut Muth, Marburg
Foto: Helmut Muth, Marburg
Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen
Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen
Nationalpark Veluwezoom NL_WB Rotwildjäger_DSC_4063