Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Wildhüter St. Hubertus e.V.

Ausbildung für Revierhegemeister WSH, zertifizierten Jagdwirt WSH und Wildhüter WSH

Seminar vom 05.09. bis 07.09. und vom 08.09. bis 11.09.2014

Für Freitag und Samstag stand der Naturschutz auf dem Ausbildungsprogramm. Der Naturerlebnisraum Burg/Dithmarschen mit seinen 29 ha Wald und dem Waldmuseum, die vom Verfasser betreuten Naturschutzgebiete sowie das Umfeld von Burg in Dithmarschen boten hierfür optimale Bedingungen. Auch das Wetter bot für die Ausbildung im Gelände beste Voraussetzungen.

Am Freitag drehte sich alles um das Thema Fledermäuse und am Samstag ging es schon früh ins Naturschutzgebiet Kleve. Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen gelang es, Kreuzotter, Wald- und Zauneidechse in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. Selbst die in Schleswig-Holstein extrem seltene Schlingnatter kam in Anblick. Zahlreiche Spinnenarten, unter anderen die Wespenspinne, boten Beobachtungsmöglichkeiten.

Am Sonntag referierte der Verfasser mit Unterstützung von Heinz-Dieter Hoffmann im Burger Waldmuseum über Halten und Einsetzen von Frettchen. Im Anschluss brachten Erich Groß und Karl-Gustav Laser, beide Falkner, uns die Grundkenntnisse über die Falknerei bei. Höchste Aufmerksamkeit bei den Seminarteilnehmern.

Der Nachmittag stand im Zeichen von jagdlichem Brauchtum. Zunächst referierte der Verfasser über das Thema „Legen einer Strecke“. Es folgte dann ein Vortrag über die Geschichte der Jagdsignale. Auf Plesshorn und Parforcehorn wurden anschließend von Heike Groppler, Jürgen Baltes und dem Verfasser die sicherheitsrelevanten Jagdsignale einstudiert.

Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein stand für den Montag-Vormittag auf dem Dienstplan. Im Speicherkoog Dithmarschen fand eine Exkursion statt. Der Verfasser konnte von mehreren Beobachtungspunkten aus über die Besonderheiten  der NSG Wöhrdener Loch und Kronenloch sprechen; gleichzeitig bestand die Möglichkeit zahlreiche Zugvögel auf den Gewässern zu beobachten. Für „Binnenländer“ keine einfache Sache, die einzelnen Arten zu bestimmen. Eine Besichtigung des Sperrwerks sowie des NABU-Informationszentrums „Wattwurm“ rundeten diese Ausbildung ab. Der Nachmittag stand im Zeichen der Ausbildung für den zertifizierten Wildhüter. Großtrappen, Möwen, Haubentaucher und Rabenvögel forderten noch einmal volle Aufmerksamkeit.

Zwischen den Dörfern Krumstedt und Schafstedt liegt inmitten eines Fichtenbestandes ein Hochmoor, das sich trotz Entwässerungsmaßnahmen, Abtorfungen und Aufforstungen bis in unsere Zeit erhalten hat. Hier war am 9. unser nächstes Ziel. Die wichtigsten Besprechungspunkte waren: Entstehung des Moores sowie die Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt.

Am Nachmittag, inzwischen wieder im „Heimathafen“ Burger Waldmuseum, referierte der Verfasser über die wichtigsten Punkte die beim Arbeiten mit PowerPoint zu beachten sind.

Am Mittwoch drehte sich zunächst alles um den Seehund. Ein Präparat aus dem Bestand des Waldmuseums stand zur Verfügung. Auch für das folgende Thema „Auer-, Birk- und Haselwild, Alpenschneehuhn“ standen aus dem Privatbesitz des Verfassers alle notwendigen Präparate zur Verfügung. Vorträge über Wildkrankheiten, das Naturschutzgesetz Schleswig-Holstein und über Hummeln füllten den Nachmittag und den frühen Abend aus. Für ein gemütliches Beisammensein war noch genügend Zeit.

Mit Vorträgen über heimische Eulen, Wildtauben, Wildgänse und Säger schloss am Donnerstag unsere September-Mammutrunde ab.

Nach einer Abschlussbesprechung und der Ausgabe der Teilnahmebescheinigungen traten alle die Heimreise an.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für die tolle Mitarbeit und die fröhliche Atmosphäre. Mir als Hauptreferenten haben diese Tage zwar viel Arbeit bereitet aber auch besonders viel Freude und ich freue mich schon jetzt auf unsere Ausbildungsvorhaben im Oktober, November und Dezember.

Ernst-Otto Pieper

 

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Die Schlingnatter - ein seltener Fund

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Die Seminarteilnehmer vor dem “Wattwurm” im Speicherkoog Dithmarschen

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Die Bestimmung der einfallenden Zugvögel ist für “Binnenländer” keine einfache Sache

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Das Hochmoor in Krumstedterfeld.
Trotz Entwässerung, Abtorfung und Aufforstung in vergangenen Jahren, blieb es erhalten