Wildhüter St. Hubertus e.V.

Jagdbetrieb 01

Lfd. Nr.

Fragen

Antworten

1

Was ist ein Jagdleiter?

Er ist der Verantwortliche für die Durchführung einer Gesellschaftsjagd. Er ist besonders im Sinne der Unfallverhütungsvorschriften verantwortlich.
Seine Anordnungen sind von allen Jagdteilnehmern unbedingt zu befolgen.

2

Was hat mit nicht mehr benötigten Jagdeinrichtungen zu geschehen?

Sie müssen abgebaut werden.

3

Wann müssen bei der Jagdausübung Waffen entladen sein?

-Beim Besteigen von Fahrzeugen und während der Fahrt.
- Beim Besteigen oder Verlassen eines Hochsitzes, beim Überwinden von    Hindernissen oder in ähnlichen Gefahrlagen müssen die Läufe                  (Patronenlager) entladen sein.
- Bei Gesellschaftsjagden ist die Waffe außerhalb des Treibens stets             ungeladen, mit geöffnetem Verschluss und mit der Mündung nach oben    oder abgeknickt zu tragen.

4

Ich mache mit meinem Jagdhund einen Spaziergang. Muss ich ihn besonders kennzeichnen?

Ja.
Wer einen Hund außerhalb des befriedeten Besitztums führt oder laufen lässt, hat diesem ein Halsband anzulegen, das mit einer Kennzeichnung versehen ist, aufgrund derer die Hundehalterin oder der Hundehalter ermittelt werden kann (HundeVO §5). Dies gilt nicht für Jagdhunde bei ihrer jagdlichen Verwendung.

5

Warum sollen stationäre Hochsitze und Ansitzleitern niemals fest mit Bäumen verbunden werden?

Bäume bewegen sich im Wind. Der Hochsitz knarrt und die Nagelverbindungen an Leiter und Gestänge lösen sich.

6

Was versteht der Jäger unter dem Begriff „Passen“?

Das Ansitzen auf Raubwild – auch auf Hasen und Kaninchen – am Pass.

7

Nennen Sie mindestens 5 Einzeljagdarten!

Ansitz; Anstand; Pürsch (Pirsch); Fallenjagd (Fangjagd); Lock-, Reiz- oder Rufjagd; Ausneuen; Hüttenjagd; Baujagd; Suche; Brackieren; Stöbern; Buschieren.

8

Es gibt 4 Arten von Gesellschaftsjagden, die sich in ihrer Durchführung voneinander unterscheiden. Nennen Sie diese 4 Jagdarten!

- Kesseltreiben
- Vorsteh- oder Standtreiben
- Streife oder Streifjagd (einfache Streife und Böhmische Streife)
- Drückjagd.

9

Was sind Reviereinrichtungen?

Alle Anlagen im Jagdrevier, die der Erleichterung und Vereinfachung der Jagdausübung sowie der Hege des Wildes dienen.

10

Wie haben sich die Schützen auf der Treibjagd nach dem Signal „Treiber in den Kessel“ zu verhalten?

Schützen bleiben stehen und schießen nur noch auf Wild, das den Kessel verlassen hat (nach außen).

11

Bei welcher Jagdart findet das „Herakleumrohr“ oder die „Triton-Muschel“ Verwendung?

Bei der Rufjagd auf den Rothirsch während der Brunft.

12

Was versteht der Jäger unter „Einstand“?

Der Aufenthaltsort des Schalenwildes, an dem es sich besonders während der Tagestunden oder bei Ruhepausen geborgen fühlt.

13

Ein Revierinhaber lädt Ende Januar kurzfristig 10  Freunde zur Jagd ein. Er postiert alle Schützen auf Pässen und Fernwechseln, wobei eine ca. 100 ha große Fläche bejagt wird. Nur 2 Treiber und ein Dackel machen außer den Schützen mit. Wie nennt man diese Form der Jagd?

Es handelt sich um eine typische Drückjagd, bei der weit abgestellt und nur mit wenigen Treibern das Wild in Bewegung gebracht wird.

Gedrückt wird in erster Linie auf Rot- und Schwarzwild und Fuchs, in modifizierter Form auch auf Rehwild und Gamswild.

14

Sie erhalten eine Einladung zu einer Wildjagd. Es ist darauf vermerkt, dass ein Mindestkaliber von 7,5 mm zwar erwünscht, aber nicht Bedingung ist. In Ihrem Waffenschrank stehen eine 6,5 x 57 und eine 9,3 x 72R. Was machen Sie?

Die Patrone 9,3 x 72R überschreitet zwar das gewünschte Kaliber, erreicht aber nicht die gesetzlich geforderte E 100 = 2000 Joule. Die 6,5 x 57 ist als Hochwildpatrone gesetzeskonform, hier aber nicht erwünscht. Entweder Sie leihen sich eine entsprechende Waffe, oder Sie rufen den Revierinhaber an und fragen, ob Sie ausnahmsweise Ihre 6,5 x 57 führen dürfen.

15

Drückjagd: Unmittelbar vor Ihrem Stand, jedoch nicht einsehbar, stellt ein Hund lauthals ein offenbar krankgeschossenes Stück Schwarzwild. Dürfen Sie den Stand verlassen und das Stück erlegen?

Den zugewiesenen Stand darf man bei Gesellschaftsjagden grundsätzlich nicht verlassen. Ebenso grundsätzlich gibt immer der Hundeführer den Fangschuss auf vom Hund gestelltes Wild.

© Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen 

Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

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