Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Wildhüter St. Hubertus e.V.

Weiterbildung 5/2015 in der Rhön
vom 12. bis 14. Juni 2015

Von Ernst-Otto Pieper

Um es schon mal vorweg zu sagen – es war wieder einmal perfekt.

Wer schon mal eine zweieinhalbtägige Weiterbildung organisiert hat, weiß wie viel Mühe und Arbeit damit verbunden ist. Waldemar Becker mit seiner Frau Ursel sowie Helmut Muth ist wieder einmal das optimale gelungen.

Am Donnerstag, den 11. Juni erreichen alle Teilnehmer wohlbehalten und bei Kaiserwetter das Berghotel Eisenacher Haus in Erbenhausen in der Thüringer Rhön. Nach dem Beziehen der Zimmer ist noch reichlich Zeit zum Plaudern.

Am Freitag (Frühstück bereits um 07:30 Uhr) steht für die Damen (Nichtjägerinnen) „Besichtigung, shoppen und Bummeln in der wunderschönen Stadt Fulda“ auf dem Programm. Für die Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher ist Suhl das Ziel. Waldemar Becker ist es gelungen, eine Werksbesichtigung der Firma Merkel zu organisieren. Herzlicher Empfang bei Merkel mit Gebäck und Getränken mit anschließender Führung in zwei Gruppen durch die Waffenproduktionsanlage. Unsere beiden sehr kenntnisreichen Führerinnen wissen jede Frage zu beantworten oder haben am entsprechenden Arbeitsplatz eine Fachfrau oder einen Fachmann verfügbar. Was mir besonders gefällt, ist, dass man an allen Arbeitsplätzen mit den Arbeitskräften sprechen kann und stets höflich und umfangreich die gestellten Fragen beantwortet bekommt. Die Führung endet im Empfangsraum mit einer kurzen Zusammenfassung und dem obligatorischen Gruppenfoto. Wir haben viel gesehen, viele Fragen beantwortet bekommen und sind um vieles schlauer. Ein herzliches Dankeschön auf diesem Weg an die Firma Merkel in Suhl!

Nach einer kurzen Mittagspause ist das Waffenmuseum Suhl unser nächstes Ziel. Mein letzter Besuch war dort vor mehr als zehn Jahren – seitdem wurde das Museum total umgestaltet. Bauliche Änderungen, hervorragende Exponate, moderne Ausstellungen und umfassende Ausstellungsthemen haben das Museum zu einem Spezialmuseum zur Geschichte der Suhler Handwaffen, inklusive der „Randgebiete“ Porzellan und Geologie, werden lassen. Zum Fotografieren benötigt man eine spezielle Erlaubnis (1,00 €).
Wir haben eine Führung gebucht – was unbedingt zu empfehlen ist. Unsere Führerin hat beste Kenntnisse über die Geschichte und Technik der Suhler Waffen und ist somit eine gute Ergänzung zu dem was man sehen und lesen kann. Das Waffenmuseum Suhl ist für jeden Jäger ein „Muss“.
Da wir im Hotel Halbpension gebucht haben, müssen wir bald wieder die Rückfahrt antreten. Fast zeitgleich erreichen auch unsere Frauen wieder wohlbehalten und mit strahlenden Gesichtern das Hotel.

Nach dem ausgesprochen üppigen Essen hält Herr Prof. Dr. Rudolf Stübner einen Vortrag über das Thema „Jagdhörner und deren Entstehungsgeschichte“. Kenntnisreich, spannend und mit viel Herzblut vorgetragen, zieht Herr Stübner die Zuhörer in seinen Bann. Im Anschluss nutzen noch zahlreiche Teilnehmer die Zeit zu einem Spaziergang zum nahe gelegenen „Ellenbogen“ und genießen den Sonnenuntergang mit einem traumhaften Blick über die Rhön.

Am Samstag, den 13. wieder Frühstück um 07:30Uhr. Nach der Begrüßung durch die Bläsergruppe (begleitet vom „Jiff – Jaff“ einiger Hunde) trägt Herr Prof. Dr. Stübner Teil II zum Thema Jagdmusik vor – alle sind hellwach.

Nach der Bildung von Fahrgemeinschaften und einer kurzen Fahrt erreichen wir in der bayerischen Rhön das „Schwarze Moor“. Es ist ein außerordentlich beeindruckendes Hochmoor am Dreiländereck Hessen, Thüringen und Bayern. Mit einer Fläche von etwa 66 Hektar ist es das größte Hochmoor in der Rhön. Gleichzeitig bildet es die Wasserscheide zwischen Main und Weser und gilt als eines der bedeutendsten Hochmoore Europas.
Um eine Störung des dort noch heimischen Birkwildes zu vermeiden und auch aus Sicherheitsgründen wurde der 2,7 Kilometer lange Bohlensteg neu gestaltet und ausgebaut. Ein Aussichtsturm bietet einen tollen Überblick über das gesamte Moor mit seinem Umfeld und die zahlreichen Informationstafeln geben Auskunft über die unterschiedlichen, im Moor vorkommenden Tiere und Pflanzen und natürlich über die Besonderheiten des Schwarzen Moores. Der Verfasser übernimmt die Führung und steht für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Nach den „Anstrengungen“ des Rundgangs bietet der nahe gelegene Kiosk die Möglichkeit eines Imbisses. Nach einem Blick auf das „Adenauer Denkmal“ unweit des Parkplatzes setzen wir unsere Rhön-Exkursion fort und erreichen bald die Fuldaquelle unweit der Wasserkuppe. Der Verfasser trägt die Besonderheiten solcher Quellgewässer vor und erläutert den Entwicklungskreislauf des Nasensaugwurmes Troglotrema acutum, ein Parasit, der häufig nahe an Quellgewässern lebende Iltisse befällt.

Während in weiten Teilen Deutschlands zu diesem Zeitpunkt Unwetter herrscht, kommen wir noch einigermaßen glimpflich davon – leichter Regen und starker Wind empfangen uns auf dem höchsten Berg Hessens, der Wasserkuppe. Aber wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Bekleidung.

Der Verfasser erläutert die Entstehungsgeschichte der Rhön und insbesondere die momentanen geologischen Verhältnisse sowie die damit verbundenen Besonderheiten der Flora und Fauna.
Nach Beendigung der Exkursion empfängt uns im Hotel strahlender Sonnenschein – es ist nicht zu fassen. Kaffee und Kuchen runden den Nachmittag ab.

Nach dem gemeinsamen Abendessen folgt die Mitgliederversammlung unter Leitung des Verfassers.
Unmittelbar nach der Jahreshauptversammlung wird in Windeseile die Tombola aufgebaut – es sind wieder tolle Preise zu gewinnen. Die Lose sind rasch vergeben und nach Ausgabe der Gewinne sehe ich nur noch strahlende Gesichter. Das gemütliche Beisammensein geht bis weit nach Mitternacht.

Nach dem sonntäglichen Frühstück werden die Zimmer geräumt und die Teilnahmebescheinigungen ausgegeben. Wir haben wieder Kaiserwetter. Nach einem Gruppenfoto vor dem Hoteleingang geht es im Konvoi zum Wildpark in Gersfeld. Auf etwa 50 Hektar werden hier alle europäischen Hochwildarten gezeigt. Es ist einer der anerkannt schönsten und natürlichsten Wildparks in Deutschland. Seine Natürlichkeit und idyllische Lage machen ihn  so besonders. Nach Beendigung des Rundgangs dann letztes Treffen im Kiosk des Wildparks – letzte kleine Stärkung vor der Reise in die Heimat und herzliche Verabschiedung.

Mein besonderer Dank gilt noch einmal allen Akteuren, die auch diese Weiterbildung zu einer gelungenen und harmonischen Veranstaltung gemacht haben.

 

Foto: Heike Groppler, Nindorf

Die Kunst der Graveure

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Waffenmuseum Suhl

Foto: Wilma Bangert, Twistetal-Berndorf

Der Dom in Fulda

Foto: Helmut Muth, Marburg

Schwarzes Moor mit Aussichtsturm

Foto: Helmut Muth, Marburg

Auf der Wasserkuppe empfängt uns eine steife Briese

Foto: Helmut Muth, Marburg

In gemütlicher Runde

Foto: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

Die Teilnehmer vor dem Hotel “Eisenacher Haus”