Wildhüter St. Hubertus e.V.

Versorgen 01

Lfd. Nr.

Fragen

Antworten

1

Wie werden Verunreinigungen am Wildbret beseitigt?

Verunreinigungen im Bereich des Schusskanals werden ausgeschnitten. Verunreinigungen der Bauchhöhle, z.B. nach einem Weidwundschuss, werden mit frischem Wasser von Trinkwasserqualität ausgespült.

2

Was versteht man unter “Verhitzen”?

Der Verderb des Wildbrets durch stickige Reifung, vor allem bei feuchter Wärme. Das Wildbret verhitzt besonders schnell im Sommer, wenn das Wild längere Zeit gehetzt wurde, wenn es nicht vorschriftsmäßig versorgt wird, oder unausgekühlt im Plastikbeutel bzw. längere Zeit im Rucksack transportiert wird.

3

Wie wird Fallwild in der Fleischuntersuchung beurteilt?

Für den Genuss durch den Menschen untauglich. Dadurch, dass Fallwild nicht ausgeschweißt ist, kann das Wildbret besonders schnell verderben.

4

In welchem Zeitraum nach dem Erlegen ist Haarwild nach den gesetzlichen Vorschriften aufzubrechen bzw. auszuweiden?

Unverzüglich (bei Schalenwild in der Regel bis zu 1 Stunde nach dem Erlegen, bei Niederwild spätestens bei Anlieferung an den verarbeitenden Betrieb, wenn die Anlieferung auch unverzüglich erfolgt).

5

Welche Tiere unterliegen einer amtlichen Trichinenschau, wenn deren Fleisch zum Genuss für den Menschen verwendet werden soll und welche Körperteile dienen hierzu?

Schweine, Schwarzwild, Bären, Füchse, Sumpfbiber (Nutria), Dachse und andere fleischfressende Tiere (Allesfresser), wenn deren Fleisch zum Verzehr durch den Menschen vorgesehen ist.
Muskelproben aus den Zwerchfellpfeilern und den Vorderläufen (Unterarmmuskulatur).

6

Was geschieht mit Gescheide aufgebrochenen Wildes?

Gescheide von erlegtem Schalenwild kann offen liegen bleiben oder am Luderplatz verwendet werden, wenn von ihm keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen (Boden, Wasser, Krankheiten). Sonst Tierkörperbeseitigungsanstalt (gemäß Tierkörperbeseitigungsgesetz).

7

Wann bezeichnet der Jäger den Tod des Wildes als „Eingehen“, wann als „Verenden“?

Eingehen: Wild stirbt an Krankheit, Altersschwäche, Erschöpfung,
Hunger.
Verenden: nach unmittelbar tödlichen, mechanischen Verletzungen (Schuss, Unfall, Raubwild, Forkelstich usw.

8

Beim Aufbrechen des Schalenwildes sind die Brandadern zu öffnen. Wo befinden sich diese?

Vom Rücken zu den Innenseiten der Keulen.
Sie sind beiderseits am Keulenansatz durch einen Längsschnitt aufzuschärfen.

9

Was gehört zum großen Gescheide, und was zum kleinen Gescheide?

Großes Gescheide = Pansen / Waidsack / Magen;
Kleines Gescheide  (oder Geschlinge) = sonstiges Gedärm.

10

Dürfen Sie durch Kfz-Unfall getötetes Wild verwerten oder in den Verkehr bringen?

Wenn es der Gesamtzustand zulässt, ja.
Gleich beim Aufbrechen müssen alle verschmutzten Decken- und Wildbretteile großzügig entfernt werden, Teile, in die unter Umständen Panseninhalt hineingepresst ist, ebenfalls. Das Stück kann auch mit Trinkwasser ausgewaschen werden. (Soll das Stück in den Handel gebracht werden, muss vorher eine Fleischuntersuchung erfolgen!).

11

Was versteht der Jäger unter aufbrechen des Wildes?

Die Entnahme von Geräusch und Gescheide beim erlegten Wild.

12

Warum werden bei einer Treibjagd erlegte Hasen auf dem Wildwagen nebeneinander an Stangen aufgehängt und nicht einfach aufeinander gelegt?

Damit die Hasen auskühlen können; ein Verhitzen wird somit vermieden.

13

Was versteht der Jäger unter dem Begriff „Wildverwertung“, und was gehört alles dazu?

Umfasst die Behandlung des Wildes nach dem Schuss (Aufbrechen, Auskühlen, usw.), seine Aufbewahrung und Nutzbringung.

14

In welche Teile wird Schalenwild zerwirkt?

2 Blätter, 2 Keulen (Schlegel), Ziemer (Blatt- und Wedelziemer), Kochwildbret.

15

Was ist Kochwildbret?

Wildbret des Haarwildes, das sich zum Kochen eignet; Hals (Träger), Kopf (Haupt), Rippenstücke und Dünnung.
Ziemer, Keulen und Blätter sind Bratenwildbret.

© Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen 

Grafik: Ernst-Otto Pieper, 25712 Burg in Dithmarschen

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